Nicht nur in Freiburg ist Wohnen seit jeher ein zentrales Thema. Spekulation, Verdrängung und Gentrifizierung sind allgegenwärtig. Seit über vier Jahrzehnten organisieren sich deshalb in Freiburg beispielsweise Menschen in Wagengruppen, da Wagenleben diesen prekären Verältnissen eine konkrete Utopie eines solidarischen Miteinanders entgegenstellt. Wenn euch die Geschichte Freiburger Wagenplätze mehr interessiert findet ihr hier dazu mehr.
Mit Radlager schaffen wir seit über 4 Jahren einen Ort in Freiburg St. Georgen in dem wir selbstbestimmt und selbstverwaltet leben können. Wir leben in wendigen Lastern, kleinen Wohnwägen und Bauwägen aus Holz. Alle selbst (aus)gebaut, mit Charakter und Rädern. Damit versiegeln wir keine Flächen und sind mobil. Für gemeinsame Treffen, Essen und winterwarme Zeiten haben wir einen Gemeinschaftsraum mit angrenzendem Bad und einem kleinen Umsonstladen. Zum Werkeln gibt es eine Werkstatt. Im Außenbereich außerdem einen Garten, eine Bar und viel Platz, sei es für Konzerte, Feste, Theater, Workshops, Zirkus, Vorträge oder unsere monatliche Kneipe.
Durch unsere Veranstaltungen hat sich unser Platz innerhalb der letzten Jahre als wichtiger kultureller Begegnungsort im Viertel etabliert. Hierfür ist es uns wichtig zugänglich zu sein und Barrieren abzubauen und Räume für Austausch zu schaffen, damit bei unseren regelmäßigen und öffentlich beworbenen Veranstaltungen immer wieder viele unterschiedliche Menschen zusammen kommen können. Zudem organisieren wir noch Veranstaltungen für unsere direkte Nachbar*innenschaft. Dabei finden wir es wichtig mit den Menschen aus unserem Wohnumfeld vernetzt zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen, anstatt anonym nebeneinander zu wohnen.
Aktuell läuft unser Mietvertrag mit der Stadt Freiburg noch bis Ende 2027, wobei wir im stetigen Austausch mit verschiedenen Akteur*innen zu unserer zukünftigen Perspektive sind.
Unsere Gruppe und die Selbstverwaltung
Als Gruppe wollen wir uns – gemeinsam mit Nachbarinnen und Gefährtinnen – einmischen. In die Entwicklung des Quartiers, die Stadtpolitik und in das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Viel mehr wollen wir uns nicht nur einmischen, sondern Aufmischen und neue Wege suchen solidarisch miteinander zu leben und umzugehen.
Wir wollen keine Machtverhältnisse reproduzieren oder aus gesellschaftlichen Ungleichverhältnissen Gewinne ziehen. Stattdessen wollen wir uns kritisch reflektieren und mit unseren eigenen Privilegien auseinandersetzen, vorgegebene Rollen hinterfragen und Diskriminierung jeglicher Art ansprechen und bekämpfen. Dies wollen wir gerne auch in unsere Nachbar*innenschaft ausstrahlen.
Für uns gehört dazu eine basisdemokratische und horizontale Organisierung: Wöchentlich treffen wir uns zum Plenum und entscheiden im Konsens. Das bedeutet nicht, das wir immer alle einer Meinung sein müssen, sondern so lange einen Vorschlag erarbeiten, bis diesen alle mittragen können. Selbstverwaltung ist viel Arbeit, die auf viele Schultern verteilt werden muss. Hierbei rotieren innerhalb der Gruppe wichtige Aufgaben und wir haben eine gemeinsame Essenskasse, ein gemeinsames Konto für Miete und Anschaffungen, Arbeitsgruppen, in denen wir zum Beispiel unseren Holzbedarf organisieren oder uns bei einer Solidarischen Landwirtschaft einbringen und regionales Gemüse vermampfen. Da es immer was zu tun gibt werkeln wir regelmäßig zusammen an unserer Infrastruktur und führen unser Wissen bei den Bau- und Werkstatttagen zusammen.
Netzwerke
Über unseren Platz hinaus pflegen wir unsere Kooperationen mit Tritta e.V. Freiburg, Jugend in der Welt e.V. Ortsgruppe Freiburg und dem Klappergarten e.V.. Neben diesen Kooperationen sind wir außerdem gut mit unseren Nachbar*innen und dem St. Georgener Vereinsleben vernetzt. Zudem organisieren wir uns in der “IG Gemeinsam im Sportpark”.
Tritta e.V. Freiburg

Jugend in der Welt e.V. Ortsgruppe Freiburg

Klappergarten e.V. in Freiburg St.Georgen

